Geflüsterte Weisheit
Kalu Rinpoche
Finde dieses Buch bei buch7.de | eurobuch.com | buchhandel.de | books.google.com ASIN=3596149193, Category: Philosophy, Language: D, cover: PB, pages: 351, year: 2001.
Kurzbeschreibung
Die "geflüsterten Lehren" Kalu Rinpoches zeigen uns den Weg zu einer Lebenspraxis,
die uns helfen kann, mitten im Sturm der alltäglichen Ereignisse und unserer
eigenen turbulenten Gedanken und Gefühle jene stille Mitte zu finden, aus der
Weisheit und Mitgefühl, die Kardinaltugenden des Buddhismus, erwachsen.
Zitat, p205/207:
"..., dass der Geist und die Gedanken identisch sind und
die Gedanken aus dem Geist kommen so wie
die Wellen aus dem Ozean. ..., dass der Geist leer
und keine Form, Farbe und so weiter hat und darum
die Gedanken auch leer und ohne Form, Farbe und so
weiter sind. Es ist die Eigenschaft der Klarheit des Geistes,
die Gedanken entstehen lässt, und, obwohl
die Gedanken substanzlos sind, entstehen sie doch
laufend aufgrund der unbeschränkten Natur des Geistes.
...
Ruhen Sie vielmehr in dem Zustand, wo Sie sich der Gedanken
in ihrem Entstehen bewusst sind. Auf diese Weise
erheben sich schlechte Gedanken aus der Leerheit
des Geistes und kehren in die Leerheit des Geistes zurueck."
Zusammenfassung zum Mitgefuehl, Seite 243:
Wenn wir das Leiden eines anderen Wesens wahrnehmen, muss unser Mitgefuehl frei sein von Bezugspunkten. Mitgefuehl hat nichts damit zu tun, wie sich ein bestimmtes Wesen fuehlt; auch nichts mit unserer eigenen anteilnehmenden Reaktion auf dieses Wesen. Fuer ein vollständig befreites Wesen gibt es nicht den geringsten Grund, auch nur ueber Mitgefuehl nachzudenken, denn es befindet sich einfach in diesem Zustand. So wie die Sonne nicht aus Mitleid scheint, weil auf der Erde Helligkeit und Wärme gebraucht wird, sondern weil sie nicht anders kann, als die Energie abzugeben, die sie bei ihrer Entstehung erhalten hat.*) So strahlt auch das Mitgefuehl derjenigen, die die Natur des Geistes (klar, hell und konzeptfrei) direkt erfahren haben in alle Richtungen aus, ohne dass es dafuer irgendwelcher Bezugspunkte bedarf.
Kurz vor seinem Tod sagte Kalu Rinpoche:
"Tagsueber kultiviert man die Erfahrung seiner Illusionen.
Nachts kultiviert man die Erfahrung seiner Träume."
Im Leben eines Volkes sind Träume nicht weniger bedeutsam als Zahlen. Der Mönch Saigyo Hoshi (1118-1190 n. Chr.) schrieb:
- Auch die Wirklichkeit
ist eigentlich nicht wirklich.
Wer dieses je gedacht,
wie könnte er noch meinen,
dass Träume blosse Träume sind?
Anmerkungen:
*) "... in that which comes to us from the Sun we have not to do with anything
constituting a product of combustion in the Sun; but all that has been transmitted
to the Sun from the Universe is rayed back."
-- Zitat Rudolf Steiner
aus einem
Vortrag
vom 16-Apr-1920.